Gaby

Gaby, Öl auf Leinwand, 70 cm x 110 cm
Gaby, Öl auf Leinwand, 70 cm x 110 cm

Gaby möchte mit diesem Bild an den Völkermord an den Assyrern und den Aramäern in der Zeit von 1915 bis 1917 während des Ersten Weltkrieges erinnern (https://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkermord_an_den_Assyrern_und_Aram%C3%A4ern). Er ist selbst Aramäer und seine Vorfahren waren von den Ereignissen direkt betroffen.

Auf dem Bild fordert Gaby mit dem Aufruf „Turkey must recognize the genocide!“, dass die Türkei die Vorfälle als Völkermord anerkennen. Der Hashtag #SEYFO100 führt zur entsprechenden Seite auf Twitter, wo die entsprechende Diskussion zu verfolgen ist. Der Begriff „Seyfo“ stammt aus dem Aramäischen und bedeutet „Schwert“. Die Zahl „100“ erinnert an die Vorfälle vor 100 Jahren. Gaby steht vor der aramäischen Flagge, einem gelben Adler auf rotem Grund. Der Kopf des Adlers ist durch eine stilisierte Fackel ersetzt. Sie steht für das Feuer des Heiligen Geistes und ist ein christliches Symbol. (http://www.flaggenlexikon.de/faramae.htm)

Nach den osmanischen Niederlagen an der Kaukasusfront gegen Russland wandten sich die osmanische Regierung, Armee sowie türkische und kurdische Milizen gegen die armenischen und andere christliche Bewohner in ihrem Reich. Diese wurden als Verbündete und Unterstützer des christlich-orthodoxen Zarenreiches betrachtet. Viele der Opfer starben bei Todesmärschen in die Syrische Wüste an Durst, Hunger, Erschöpfung oder Misshandlungen. Verlässliche Opferzahlen existieren nicht; die Zahlenangaben zu den assyrisch-aramäischen Opfern schwanken stark und reichen von 100.000 bis 250.000.

Der Völkermord an den Aramäern, Assyrern und Chaldäern ist einer der am wenigsten bekannten der modernen Geschichte. Die Heterogenität der betroffenen Volksgruppen in wirtschaftlich unbedeutendem Grenzland führte zu einer Vielzahl an lokalen Erfahrungen und selektiven Erinnerungen. Das Gesamtgeschehen des Völkermords zersplitterte so in einzelne, regionale Narrative im Schatten des weit größeren Genozids an den Armeniern. Überlebende berichteten oft nur von lokalen Konflikten mit Nomaden oder muslimischen Fanatikern, die Gründe und Zusammenhänge für Vertreibung und Massaker blieben in dieser lokalen Dimension verborgen.

Die türkische Regierung leugnet bislang den Völkermord. Eine internationale Anerkennung des Geschehens gibt es noch nicht.

Weiterführende Informationen zum Völkermord an den Assyrern und Aramäern finden sich u.a. auch hier:

http://www.zeit.de/gesellschaft/2015-04/voelkermord-suryoye-tuerkei

http://www.oromoye.de/

http://zavd.de/tag/seyfo/

 

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